Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
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Presse-Ecke

Freie Presse vom 01. Juli 2005

Humboldt-Schule soll Schmuckstück werden

1914 wurde die Einrichtung auf dem Sonnenberg eröffnet - Traditionsreiches Schulgebäude war einst Versuchsschule

Humboldt-Schule
Soll in den kommenden zwei Schuljahren nur für Bauarbeiter ihre Türen öffnen: Die Humboldt-Schule.

Seit 1914 ziert sie als prächtiges Gebäude den höchsten Punkt der Fürstenstraße: die Humboldtschule. Nach ihrem Standort, der Humboldthöhe, benannt, machte sich die Einrichtung als "Freie Versuchsschule" deutschlandweit einen Namen. Wenn in zwei Wochen, am 17. Juli, die diesjährigen Sommerferien beginnen, wird fröhliches Kinderlachen dieses traditionsbeladene Haus für voraussichtlich zwei Jahre verlassen. Der Grund: eine vollständige Sanierung für etwa 4,2 Millionen Euro soll das Gebäude für den Einzug des Keplergymnasiums fit machen, das als Ganztagsschule besonderen Anforderungen bedarf.
Mit dem Keplergymnasium, das im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich eine vertiefte Ausbildung anbietet, setzt die Schule ihr Erbe fort, Heimstätte für besondere schulische Bildung zu sein. Denn nach der reformpädagogischen Arbeit an Ottmar Fröhlichs "Freier Versuchsschule" nahm 1950 die erste Volksmusikschule Sachsens hier die Ausbildung begabter Mädchen und Jungen auf. 1955 profilierte sich die Einrichtung, mittlerweile in eine Polytechnische Oberschule (POS) umgewandelt, zu einer "Übungsschule" des Pädagogischen Instituts der Stadt. Damit befanden sich zwei Schulformen unter einem Dach: die POS mit ihren Schülern und Lehrern und das Institut mit seinen Studenten und Mentoren. All diese Tatsachen hielten übrigens zwei Schüler des Humboldtgymnasiums - Marcel Biedermann und Lars Förster - in einer Arbeit fest, die sich "Besondere Lernleistung" nennt. Aufwändig und mit vielen Informationen beleuchteten sie die Entwicklung und die verschiedenen Inhalte der Schule. Für diese 54-seitige Publikation erhielten sie eine Note 1.
Auch wenn viele ehemalige Schüler schweren Herzens die Entwicklung ihrer Schule beobachten: Mit der Sanierung erhält sie eine neue Chance, die zukunftsweisend ist. Architekt Robert Masou von der Firma Acerplan aus Dresden hält die Fäden des Baus in seiner Hand. "Gute Architektur braucht seine Zeit", sagt er und meint wohl fast entschuldigend, dass die Arbeiten an der Schule zwei Jahre andauern. Derzeit hofft der künftige Schulleiter, Stephan Lamm, dass er mit seinen Schülern mit Schuljahresbeginn 2007/08 vom Beimlergebiet an die Humboldthöhe ziehen und alle Umbauarbeiten zu Ende sein werden. Und dann wird er, wie seine Vorgängerin Anita Buder, wohl auch häufiger Gast von ehemaligen Schülern bekommen, die schon vor Jahrzehnten hier lernten und die es immer wieder an diesen Ort zurück zieht.

Foto: Andreas Truxa
Autor: Ramona Bothe-Christl



Freie Presse vom 20. Juni 2005

Letztes Schulfest noch einmal vom Zusammenhalt geprägt

Mit Kreativität und Freude feiern Schüler des Humboldtgymnasiums

Nein, von Traurigkeit war da keine Spur. Leidenschaft, Freude und Kreativität hatten die Schüler des Humboldtgymnasiums in ihr Schulfest gesteckt. Dass es das letzte war, davon war am Samstagvormittag nichts zu spüren. Ende des Schuljahres geht mit der Auflösung dieser Einrichtung eine lange Schulgeschichte zu Ende. 350 Gymnasiasten ziehen dann von der Humboldthöhe ins Beimlergebiet, denn das Keplergymnasium nimmt sie auf.
"Als ich vor drei Jahren die Schule übernahm, konnte ich bei dem Fest eine besondere Gemeinschaft und einen wunderbaren Zusammenhalt genießen. Das haben sich die Schüler erhalten", meinte Schulleiterin Anita Buder. Von der Misere der Schließung und des Umzugs hatten sich weder Gymnasiasten noch Lehrer in die Knie zwingen lassen. "Das ist heute noch einmal so richtig deutlich geworden", freute sich die Direktorin. Alle Veranstaltungen im und rund um das Schulhaus das nun bis 2007 für über vier Millionen Euro saniert und umgebaut werden soll wurden von den Schülern organisiert.
Für sie war es vom Beschluss der Stadt im Jahr 2000, das Humboldtgymnasium zu schließen, bis zur Akzeptanz dieser Tatsache kein einfacher Weg. Vor allem, seit dem im Herbst 2004 entschieden wurde, dass die Schüler ins Keplergymnasium umziehen müssen. "Wir haben die Verbindung dahin gesucht, gemeinsame Feste geplant und die Schülersprecher miteinander planen lassen", so Anita Buder. Schüler Gunnar Dreßler meint: "Ich habe es akzeptiert. Der Chor arbeitete dieses Jahr schon gemeinsam, das war gut". Die Leute am Keplergymnasium seien nett, so der 17-Jahrige. Nur mit dem Gebäude habe er seine Schwierigkeiten. Am Humboldtgymnasium sind einige Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Neue Fachkabinette, die Aula und die sanitären Bereiche kommen gegen das marode Kepler Gebäude nicht an.
Angela Werner, Mutter von Schülerin Julia, ist traurig über die Schließung: "Ich habe hier meine Lehrerlaufbahn begonnen, beide Kinder haben hier gelernt." Schade fände sie es, wenn der Name nicht erhalten bliebe. Aber vielleicht beginnt mit dem Einzug des Keplergymnasiums auf der Humboldthöhe auch der Streit von vorn, ahnt Schulleiterin Buder. (CHR)


Freie Presse vom 20. Juni 2005

Wenn Jugendliche weit über ihre Grenzen gehen …

Schüler des Humboldtgymnasiums erzielen bei 24-Stunden-Fußballmarathon mehr als 650 Tore – Begehrt: Magnesiumtabletten gegen Krämpfe

Ronny, Hendrik und Sebastian
Hendrik, Ronny und Sebastian (v. L) haben wie die meisten Spieler insgesamt knapp zehn Stunden auf dem Platz gestanden. Jetzt kommt bei den Schülern des Humboldtgymnasiums die Müdigkelt. Doch wie nicht anders zu erwarten, hielten alle Mann durch.

Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung zu seim. Solange der Ball rollt, wird auf dem Hartplatz gedribbelt, gepasst und aufs Tor geschossen wie bei jedem anderen Fugballspiel auch – allerdings geht alles ein wenig verhaltener über die Bühne. Was auch kein Wunder ist: Seit 23 Stunden rollt der Ball, halten ihn die Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums im Spiel. "Nachdem wir letztes Jahr wegen des Ordnungsamtes nur zweimal zwölf Stunden spielen konnten, bekamen wir diesmal die Genehmigung, 24 Stunden durchspielen zu können. Das war anstrengender, hatte aber seinen ganz besonderen Reiz", ziehen die Hauptorganisatoren Ronny Seeliger und Hendrik Preuß kurz vor SchIuss eine erste Bilanz.
Neben den beiden Elftklässlern liegen einige schmutzige Schuhe. Wer nicht spielt, versucht, die Beine hochzulegen, greift zu Magnesiumtabletten gegen die Krämpfe oder sucht sich ein Pfaster für seine Blasen. Seit Januar sind Ronny und Hendrik mit den Vorbereitungen beschäftigt, gegen Ende waren es dann sechs Schüler,die sich in der Projektwoche zusammentaten. "Es gab im Vorfed eine Menge zu tun: 5000 kleine Flyer drucken und verteilen, VerpfIegung, Zelte, all das Drumherum organisieren und dann während der 24 Stunden Essen ausgeben, sich um alles kümmern", schildern sie den immensen Aufwand. Dass er sich gelohnt hat, zeigen die vielen Zuschauer, die sowohl am Freitagabend bis weit nach 22 Uhr als auch in den letzten beiden Stunden auf der Jahnkampfbahn an der Fürstenstraße ausharrten. Sie bekamen von den beiden Teams der Schule einiges geboten: Jeder ging weit über seine Grenzen, um keine Unterbrechung zuzulassen, und Tore gab es mit über 650 genug zu sehen. Am Ende hatte Team II mit 340:323 die Nase vorn, was aber niemanden wirklich interessierte.
Lars Förster ging kurz vor Schluss noch mal auf das Feld. Über elf Stunden hatte er his dahin schon gespielt, von 3 bis 7 Uhr morgens am Stück. "Wir haben immer aufs Tor gespielt, auch als es nachts regnete und es richtig schwer war weiter zu machen. Aber 24 Stunden Fußball ist einfach geil, da muss man dabei sein", schaut er zufrieden zurück.
Sebastian Gebhardt ist indes froh, dass die älteren Spieler die letzten Kraftreserven mobilisierten. "Wir hatten auf beiden Seiten 16 Spieler und dachten, das reicht. Eigentlich war geplant, dass jeder 8o Minuten spielt und dann 100 Minuten Pause macht. Aber nachts fielen einige, vor allem jüngere, aus. Da mussten wir dann sehen, wie wir damit zurecht kommen", erzählt er. Schnell fanden sich unter den Zuschauern einige ehemalige "Humboldt-Schüler", die gern einsprangen. "Am Ende waren es dann vielleicht 45, die insgesamt zum, Einsatz kamen", verdeutlicht der 17-jährige Spieler und Mitorganisator.
Nur noch wenige Minuten – in den Gesichtern spiegelt sich die Erschöpfung. Noch ein, zwei Angriffe, die letzten Sekunden, Schlusspfiff, Beifall ohne Ende. Erschöpft und doch glücklich gehen die Letzten vom Platz. Manch einer kann jetzt, ohne Ball, nur noch humpeln. Die meisten sind aktive Fußballer, wie Markus Rauschenbach vom TSV Ifa. Zwölf Stunden lang hatte er gekickt. "Ich bin froh, dass es rum ist. Aber es hat Spaß gemacht und ich hoffe, es geht nächstes Jahr weiter", blickt der 15-jährige voraus – und zieht sich erst einmal die Schuhe aus.

Foto: Hendrik Schmidt
Autor: Matthias Schmid



Freie Presse vom 13. Juni 2005

Der Ball rollt 24 Stunden lang

Fußball-Marathon des Humboldtgymnasiums vor zweiter Auflage

Wie lautet doch gleich das weit verbreitete Klischee: Die Jugend von heute hat keinen Mumm mehr in den Knochen, kann nicht auf die Zähne beißen. Alles Quatsch, sagen zumindest die jungen Sportkameraden aus dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, die vom kommenden Freitag, 12 Uhr, bis Samstag, 12 Uhr, auf der Jahnkampfbahn (Fürstenstraße) die zweite Auflage ihres 24-Stunden-Fußball-Marathons veranstalten. "Wir wollen beweisen, dass unsere Schüler fußballbegeisterte Athleten sind, die mit guter Ausdauer und Willenskraft solch ein schwieriges Spiel meistern und, was noch viel wichtiger ist, organisieren können. Weiterhin soll mit diesem Marathon unsere Begeisterung für Sport und im Speziellen für den Fußball zum Ausdruck kommen", betonen die Projektleiter Hendrik Preuß und Ronny Seeliger. Mit der verrückten Aktion wollen sie zudem einen kleinen Werbebeitrag für die Fußball-WM 2oo6 in Deutschland leisten. Während der 24 Stunden stehen sich zwei Teams gegenüber, die auf jeweils 2o Spieler aus den Klassen 8 bis 12 Zurückgreifen können. (MS) -.24h-fussball.de.vu. (CHR)


Blitzpunkt vom 11. Juni 2005

24-Stunden-Fußballmarathon

Die 2. Auflage des 24-Stunden-Fußballmarathon, startet am 17. Juni auf der Jahnkampfbahn an der Fürstenstraße. Kurz vor der Fusion mit dem Johannes-Kepler-Gymnasium wollen die Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums mit diesem außergewöhnlichen Sportereignis aufmerksam machen. Das Turnier unter dem Motto Fußball ist unser Leben!" soll nicht nur Werbung für die Fußball-WM 2006 sein. Hier werden die Teilnehmer bis an ihre Grenzen gehen und zum Teil über 12 Stunden auf dem Platz stehen. Los geht's am 17. Juni um 12 Uhr, Abpfiff ist am 18. Juni um 12 Uhr. Das Match wird auf Kleinfeld ausgetragen. Zu jeder der beiden Mannschaften, die sich aus Schülern der 8. bis 12. Klasse zusammensetzen, gehören 20 Spieler. Auf dem Feld stehen je sieben Akteure. Weitere Infos unter www.24h-fussball.de.vu.


Freie Presse vom 24. Februar 2005

Missverständnisse geklärt

SONNENBERG: Humboldt-und Keplergymnasium nähern sich an

Die Zukunft der Gymnasien "Johannes Kepler" und "Alexander von Humboldt" stößt bei Eltern und Schülern auf großes Interesse. Davon zeugte vorgestern ein brechend voller Musiksaal im Schulgebäude auf der Humboldthöhe. Der Schulleiter des Keplergymnasiums, Stephan Lamm, hatte einen gemeinsamen Abend unter dem Thema "Förderung von Begabungen der Region Chemnitz - Zukunft des Hauses auf der Humboldthöhe" initiiert. Hintergrund der Veranstaltung ist die Übersiedlung der Humboldtgymnasiasten in das Keplergebäude im kommenden Schuljahr. Das Humboldtgymnasium wird zum Schuljahresende aufgehoben, das Gebäude soll saniert werden, damit das vereinte Gymnasium 2007 hier einziehen kann. Tina Winter, die Kepler-Schüllerratsvorsitzende, erklärte, dass die Missverständnisse geklärt seien, die es dazu jahrelang zwischen Schülern beider Schulen gegeben habe. In der Diskussion wurde auch gefordert, die Sanierung des Hauses auf dem Sonnenberg zu beschleunigen. Zur Namensgebung nach dem Umzug des Keplergymnasiums auf die Humboldthöhe meinte Schulleiter Lamm: "Wir müssen über Inhalte reden, nicht über das Schild an der Hauswand." Letztlich entscheide die Schulkonferenz über dieses Problem, so der Pädagoge. (CHR)


Freie Presse vom 24. September 2004

Deutschland hat Nachholebedarf


Bestimmte Bücher des Gelehrten bisher in Buchhandlungen nicht zu finden

Freie Presse vom 24. September 2004 Fünf Antworten, ein Gespräch - Klaus Walther fragte Hans Magnus Enzensberger nach dem Projekt.

Freie Presse: Warum gerade Humboldt und warum gerade jetzt?
Enzenberger: Alexander von Humboldt auf die Tagesordnung zu setzen-das ist keine plötzliche Eingebung. Dieser einzigartige Mann beschäftigt mich seit zwanzig Jahren. Mich beschäftigt auch die Frage, warum man sich in Deutschland immer auf ihn beruft, ihn jedoch eigentlich garnicht zur Kenntnis nimmt. Sein Hauptwerk, der "Kosmos" ist in keiner Buchhandlung zu finden, und ein anderes bedeutendes Buch von ihm, die "Ansicht der Kodilleren" ist überhaupt noch nie auf Deutsch erschienen.

Freie Presse: Aber warum Humboldt?
Enzensberger: Humboldt ist als Pionier und Vorbild modernen wissenschaftlichen Denkens einzigartig... In Deutschland war Humboldt der erste, der die Wissenschaft als globalisiertes Projekt verstanden hat. Seine Forschungsreisen waren das erste große wissenschaftliche Unternehmen in weltbürgerlicher Absicht, und so sind sie auch in Frankreich, in England in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika verstanden worden.

Freie Presse: Humboldt als Vater einer Wissensgesellschaft?
Enzensberger: Die Rede von der Wissensgesellschaft, die sich hier zulande meist in Absichtserklärungen erschöpft, hat Humboldt ernstgenommen.Er hat als Universitätsgelehrter dem Begriff Bildung ein Gesicht verliehen und vorgemacht, wie wissenschaftliche Erkenntnis aus dem Elfenbeinturm in das Bewusstsein der Gesellschaft dringt. Unser Bildungssystem ist bekanntlich dieser Herausforderung bis heute nicht gewachsen. Aber nur auf diesem Wege wird Deutschland in Zukunft ökonomisch überleben können.

Freie Presse: Humboldt - der Übervater?
Enzensberger: Humboldts weltweiter Erfolg verdankt sich auch seiner Risikobereitschaft. Nich nur in seinem Denkenm, sondern auch in seiner Praxis hat er stehts seine Unabhängigkeit verteidigt - eine Haltung, die im heutigen Forschungsbetrieb keineswegs selbstverständlich ist. Und lassen sie mich noch etwas sagen: Humboldt kann auf junge Forscher ansteckend wirken duch den Ethusiasmus, mit dem er seine riesigen Unternehmungen realisiert hat. It der lahmen und lähmenden Stimmung, die derzeit in Deutschland zu herschen scheint, hatte er nichts im Sinn. Nur wer wie Humboldt seine Projekte con amore angeht, wird in Zukunft eine Chance haben.

Frei Presse: Und wer wird für die Leser noch entdeckt?
Enzensberger: Autoren vom Kalieber eines Alexander von Humboldt gibt es nicht viele, und so wusste ich nicht zu sagen, wann wir unseren Lesern ein vergleichbares Vergnügen versprechen können.

Autor: Klaus Walther



Der Spiegel Nr. 38/2004

Der geniale Abenteurer


Alexander von Humboldt war Naturforscher und Universalgelehrter - und der prominenteste Weltbürger seiner Zeit. 200 Jahre nach seiner legendären Amerikareise wird er jetzt mit Buchausgaben und Festakten als Vorbild-Deutscher gefeiert.
Von Matthias Matussek

Den kompletten Artikel unter Spiegel.de
Der Spiegel Nr. 38/2004

Freie Presse vom 11. Juni 2003

Kleine Belohnung nach dem Stress der Prüfungszeit

Nach dem Erhalt der Abiturergebisse gönnten sich Viktoria und Michael, beide Schüler am Chemnitzer Humboldtgymnasium, gestern in der Innenstadt eine Erfrischung mit Eiskaffee.
Wie alle Abiturienten in Sachsen, haben sich die beiden nach den stressigen Prüfungszeiten mit in diesem Jahr besonders schwierigen Mathema-tikprüfungen eine Abkühlung verdient. Bevor die Abiturienten allerdings ganz auf Urlaub umschalten können, gilt in den nächsten Tagen bei den anstehenden mündlichen Prüfungen nochmals volle Konzentration. Bei den derzeitigen tropischen Temperaturen ist dies allerdings alles andere als einfach.

Vicky & Michael
Foto: Wolfgang Schmidt



Freie Presse vom 2. April 2003

Wie Mister Parker Verständnis lehrt

SONNENBERG: Der US-Amerikaner Tyrone Parker spricht vier Sprachen und unterrichtet ein Schuljahr lang am Humboldtgymnasium Für ein Jahr Lehrer am Humboldtgymnasium: Tyrone Parker aus Baltimore, USA.

Dr. Parker

Wenn Sprachen das Tor zur Welt sind, dann steht es für Tyrone Parker sperrangelweit offen. Neben seiner Muttersprache Englisch spricht der US-Amerikaner Deutsch, Französisch und Spanisch fließend. Sein Anrufbeantworter daheim in Baltimore erklingt in allen vier Sprachen, weshalb ein Freund schon mal vermutete mit den Vereinten Nationen und nicht mit Tyrone verbunden zu sein.

Tyrone Parker (41) ist Lehrer. Ein Schuljahr lang unterrichtet er Englisch und Französisch am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium auf dem Sonnenberg. Im Austausch lehrt Frau-ke Woitsch vom Humboldtgymnasium zurzeit Deutsch und Französisch am Community College of Baltimore County, wo der promovierte Erziehungswissenschaftler Parker normalerweise die Fremdsprachenabteilung leitet. Tyrone Parker ist einer der wenigen US-Amerikaner, für die Deutschland nicht auf Oktoberfest, Sauerkraut und Lederhosen zusammenschrumpft. Seit er 1980 erstmals als Austauschschüler hierher kam, ist Deutschland zu seiner zweiten Heimat geworden. "Schuld" daran ist ein sehr herzliches Verhältnis zu seinen damaligen Gasteltern in Solingen, die inzwischen seine Familie geworden sind und die er ein- bis zweimal jährlich besucht.

"Sorry, aber ich bin kein typischer Amerikaner", sagt Mister Parker. Ein typischer Amerikaner spricht nicht die Sprachen der Welt, sondern erwartet, dass die Welt seine Sprache spricht. Trotzdem ist er stolz aufsein Land und darauf, Amerikaner zu sein. Es ist dieses Bekenntnis zum ur-ame-rikanischen Patriotismus, das seinen Worten Gewicht verleiht, wenn er über den Irak-Krieg spricht und sich bei den Schülern für sein Land entschuldigt und für seinen Präsidenten, der nicht zu wissen scheine, was er anrichtet. Tyrone Parker hat am Tag nach dem Angriff auf den Irak an der Friedenskundgebung teilgenommen, weil dieser Krieg ohne UNO-Mandat für ihn eine "Aggression" ist, und weil ihn der Gedanke bedrückt, "dass wir damit vielleicht den dritten Weltkrieg - ausgelöst haben". Ein Freund, der sich während Parkers Abwesenheit ein bisschen um dessen Haus kümmerte, ist jetzt als Reservist zur Grundausbildung nach Fort Bragg eingezogen worden. "Ich weiß nicht, ob er in den Irak muss, und ich weiß nicht wann", sagt der Lehrer nachdenklich. Er selbst sei froh, in diesen Tagen in Deutschland zu sein. Er fühlt sich hier sicherer als daheim in Baltimore, das nicht mal 80 Kilometer weit entfernt von Washington liegt.

Seit Juli 2002 ist Tyrone Parker in Chemnitz. Er hat in dieser Zeit nicht nur gelehrt, sondern auch viel gelernt. "Ich glaube, ich weiß jetzt mehr über mancher Westdeutsche", sagt er, und es ärgert ihn, dass im Westen noch immer von den neuen Bundesländern gesprochen wird. Mit welchen Erwartungen er nach Chemnitz kam? Er war gespannt und neugierig, und natürlich war er als Afro-Amerikaner vor Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit gewarnt worden. Diese bittere Erfahrung ist ihm glücklicherweise erspart geblieben. Die Arbeit am Gymnasium klappt prima, er schwärmt vom herzliche Verhältnis zu seinen deutschen Lehrerkollegen, die ihm überall helfen, wo Hilfe nötig ist. Die Innenstadt mit ihrem Kontrast aus alt und neu gefällt ihm, die Parkeisenbahn im Küchwald findet er toll und auch die Sachsen-Allee. Die Sachsen-Allee? "Ja", sagt Tyrone Parker, "dort ist alles, was ich brauche unter einem Dach." Und so kann er eben am besten die Tipps für eine sparsame Haushaltführung beherzigen, die er von seiner Familie in Solingen gelernt hat: Mit dem Einkaufszettel immer zuerst zum Aldi, dann zum Kaufland und zuletzt zum Metzger, weil es nur dort diesen Schinkenspeck gibt, den er für seine geliebten Pfannkuchen braucht.

Das Chemnitzer Theater findet er klasse, er hat sich den Fliegenden Holländer, die Zauberflöte, den Nuss-knacker und Jesus Christ Superstar angeschaut. Im Kino hat er beide Teile des "Herrn der Ringe" gesehen. "Der ist in deutsch viel besser." Was der bekennende James-Bond-Fan hierzulande vermisst? "Amerikanische Erdnussbutter und ein jewish corn beef Sandwich - hmmmm!"

Zum Ende des Schuljahres Mitte Juli wird auch Tyrone Parkers Stippvisite am Humboldtgymnasium beendet sein. "Die Stadt und die Schule bleiben in meinem Herzen", sagt er. Ein Schüleraustausch schwebt ihm vor. Und seiner zehnten Klasse hat er versprochen, bis zu den Abi-Prüfungen wiederzukommen. "Ich gehe mit dem lachenden und dem weinenden Auge", sagt Mister Parker. Er freut sich darauf, die Erfahrungen an seine Studenten weiterzugeben. Und er hofft, wenigstens ein paar von ihnen für die fremde Sprache begeistern zu können. "Denn der Weg zum Verständnis für eine fremde Kultur führt über die Sprache", sagt der Lehrer Dr. Tyrone Parker, der wirklich kein typischer Amerikaner ist.

Autorin: ???



Freie Presse vom 22. August 2002

Ein optischer Knaller

Weithin leuchtet das bunte Transparent mit dem Schriftzug "Festwoche" am imposanten, altehrwürdigen Gebäude des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums an der Fürstenstraße 85. Im Schulhaus dagegen fallen andere Hinweise ins Auge: Spendenaufrufe für die Hochwasseropfer.

Das Gymnasium feiert in dieser Woche Jubiläum und vergisst dabei auch die nicht, die derzeit andere Sorgen haben, als Feste zu feiern. Zum Auftakt am Montag luden Lehrer und Schüler zu einer Vernissage ein. Ausgestellt wurden Schülerarbeiten. Dabei engagierten vor allem sich die beiden Kunstlehrerinnen Karia Brenn und Steffi Wächter. Die Idee für die Vernissage war während einer Projektwoche entstanden. "Dabei kamen schließlich so viele Ideen zusammen, dass den Schülern klar war: Das passt nicht alles in einen Tag. So kam es zu der Festwoche", berichtet Petra Allert-Löwe, die Englischlehrerin, die nun mit einem ganzen Organisationsteam den Hut dafür auf hat. Die Vernissage sollte als "optischer Knaller" die Festlichkeiten einleiten, trotz des naturwissenschaftlich - mathematischen und sprachlichen Profils. "Wir haben einen ausgeprägt kreativen Kunstbereich", wirft Mitorganisatorin Heike Nothnagel ein. Das ist auf dem Gang durch die Ausstellungen im Treppenhaus und in der Aula deutlich zu spüren. So fallen die Collagen von Schülern der fünften und sechsten Klassen ins Auge: Beispielsweise ein Drachen aus bunten Zeitschriftenschnipseln von Stefanie Krämer oder die Bleistiftzeichnungen zum Thema Harmonie-Disharmonie von Claudia Irmischer.

In der Aula konnten die Besucher lebende Skulpturengruppen (eine Idee der Lehrer) und Abschlussarbeiten von Schülern der vergangenen zehnten Klassen bewundern und sogar ins Auge fallende Talente bestaunen. An den Zeichnungen von Susanne Bellmann und Antje Schwarzenberg (die gefielen auch Schulleiterin Anita Buder sehr) bleiben sie lange stehen, ebenso an den Handskulpturen von Ronny Fritsche.

Aber es wurde an diesem Abend nicht nur geschaut, sondern auch gespendet. So wurden gesponsertes Lichtenauer Mineralwasser und von Schülern mitgebrachte kulinarische Leckerbissen zugunsten der Hochwasseropfer verkauft. "Da passierte es schon, dass Lehrer oder Eltern beim Kauf eines Getränkes einen 20-Euro-Schein hingaben und auf das Wechselgeld verzichteten", berichtet die Englisch-Lehrerin.

Die Aktion wurde von Schülern der Klasse 10d und 12/4 ins Leben gerufen und wird über die gesamte Woche laufen. Das Geld wird der Aktion "Leser helfen" der "Freien Presse" zur Verfügung gestellt.

Autorin: Ramona Bothe-Christl



Freie Presse vom 17./18. August 2002

Festwoche im Humboldtgymnasium

Eine ganze Woche lang feiert das Humboldtgymnasium sein zehnjähriges Bestehen. Vom 19. bis 24. August haben Schüler und Lehrer ein täglich wechselndes Programm organisiert. Los geht es am Montag von 19 bis 21 Uhr mit der Vernissage zur Schul-ausstellung. Sport frei, heißt es am Dienstagnachmittag. Für Donnerstag ist ein Sprachfest geplant, das auch Einblicke in die Vielfalt des Gymnasiums gewähren soll. Am Freitag steigt der "Ball der Ehemaligen" in der Tanzschule Köhler-Schimmel, und am nächsten Sonnabend wird die Festwoche ab 10 Uhr schließlich mit einem Schulfest gekrönt.


Chemnitzer Morgenpost vom 4. Juni 2002

Abiturienten am Schloßteich Abiturienten am Schloßteich mit ihrer Freundin Jenny

Am 3. Juni fotografierte die Chemnitzer Morgenpost unsere 12. Klässler stellvertetend für alle Chemnitzer Abiturienten am Schloßteich, da diese an jenem Tag ihren letzten Schultag feierten.

Foto: Peter Zschage, www.zschage-chemnitz.de

Freie Presse vom 25./26. Mai 2002

Der Professor schluckt die Tränen runter

Georg Simon vor der Schule

"Aus den Stadtteilen in die Welt" - Heute: Professor Georg Simon, ein jüdischer Junge vom Sonnenberg, der jetzt in Kopenhagen lebt

Als der Beifall der Gymnasiasten, der nur ihm allein galt. nicht enden wollte, schluckte Georg Simon heftig. Bewegt nahm er die Blumen von Schuldirektor Reinald Gechert entgegen, kaum zu hören waren seine Worte: "Wenn ich das 1938 erlebt hätte..." Es war ein Moment, wo der so agile und humorvolle Professor aus Kopenhagen arg mit den Tränen kämpfen musste, verriet er später.

Am wärmsten Sommerabend in dieser Woche waren viele Schüler des Humboldtgymnasiums in ihre Schule gekommen, um den Erzählungen eines ehemaligen Schülers zu lauschen, der, weil er Jude war, 1938 von der damaligen Humboldtschule verwiesen wurde. "1931 betrat ich mit der Zuckertüte die Stufen dieses Schulhauses", erzählte er. Er zeigte Fotos von seinem Schulanfang und von seinem Elternhaus, nur wenige Schritte durch die Schrebergärten von der Schule entfernt, in der Münchner Straße 61. "Erst hatten wir eine Vierzimmerwohnung in der unteren Etage. Als die Lage schlimmer wurde, bezogen wir im Haus zwei Zimmer ganz oben bis ein Nazi einzog, der keine Juden unter seinem Dach duldete", erinnert sich Georg Simon.

Sein Großvater war der erste jüdische Bürger, der sich 1867 in der Stadt niederließ. Aufnahmen vom Chemnitzer Marktplatz aus der Jahrhundertwende zeigen sein Geschäft. "Wenn er morgens seine Tür öffnete, verbeugte er sich vor dem Standbild von Kaiser Wilhelm I. auf dem Markt und sagte 'Guten Morgen Majestät!'", erzählt der Professor schmunzelnd. Die Familie Simon war bis 1939 noch in Chemnitz vereint... und Georg traf seine Geschwister und seine damals 85-jährige Mutter erst 1976 in New York wieder. Das letzte Lebenszeichen von seinem Vater war ein Brief vom 31.12.1942, in dem er dem Sohn seine Herkunft erläuterte. Dieser Brief ist wohl sein kostbarster Besitz. Sein Bruder kam bereits 1934 ins KZ Sachsenhausen, seine Schwester Gertrud wurde auf der Flucht in die Schweiz erwischt und ins Chemnitzer Gestapo-Gefängnis auf der Hartmannstraße gesteckt. Sie überlebte Auschwitz und Ravensbrück.

Und jetzt ist sie aus Florida nach Chemnitz gekommen, sitzt mit ihrer hübschen Nichte zwischen den Schülern des Humboldtgymnasiums. Denn auch sie war bis 19 38 hier Schülerin und wurde wie ihr Bruder 1938 von der Schule gewiesen. "Im Stadtarchiv habe ich jetzt gefunden, dass bereits im August 1933 die jüdischen Schüler an den Chemnitzer Volksschulen erfasst wurden", belegt der Historiker mit Ablichtungen.

"Wie haben sich denn damals ihre Mitschüler verhalten", will ein Abiturient wissen, der sich gerade auf die mündlichen Prüfungen vorbereitet. "Ich bin einmal früh in die Klasse gekommen und da lag auf meinem Pult ein Zettel mit der Bemerkung 'Saujude'. An einem anderen Tag stand 'Rassenschänder' drauf, erzählt Georg Simon leise. Nein, reden wollte er damals in seiner Familie darüber nicht. Er habe wohl alles in sich hineingefressen. "Und wie waren die Lehrer?", fragt ein anderer Gymnasiast. "Noch schlimmer" In allen Pausen musste ich in der Ecke stehen, an keinem Fußballspiel durfte ich teilnehmen."

Über eine dänische Frauenorganisation gelang ihm 1939 die Ausreise nach Dänemark. Dort begann er mit Hilfe einer Familie, die ihn aufnahm. eine Ausbildung als Elektriker, er holte das Abitur noch nach und studierte Geschichte. Acht Jahre war er Archivar im dänischen Reichsarchiv, veröffentlichte Publikationen und lehrte an der königlichen Bibliothekshochschule. Es gibt ein Foto, da steht der anerkannte Wissenschaftler neben der dänischen Königin Ingrid. Jahrelang habe er die alten Erinnerungen verdrängt. "Viele schwiegen, weil sie Mittäter waren und einige schwiegen, weil sie die Leidenden waren. Doch man kann sich davon nicht befreien", sagt er. "Es ist eine Genugtuung, wenn ich, der als "Saujude" beschimpft wurde, mich 1996 in das Goldene Buch der StadtChemnitz eintragen konnte." Und dass es wieder eine Synagoge in Chemnitz gibt, bedeutet Hoffnung und ein Stück Heimat. Doch die freundliche Aufnahme am Humboldtgymnasium war für ihn, den jüdischen Jungen vom Sonnenberg, ein besonderes Erlebnis.


MDR Sachsenspiegel vom 23. Mai 2002

Georg Simon Unsere Aula Eine Schülerin Ein Schüler

Freie Presse vom 23. Mai 2002

Jüdisches Leben im Blickpunkt

Georg Simon

Besuchte gestern das Humboldt-Gymnasium, von dem er 1939 verwiesen wurde: Georg Simon aus Koppenhagen, der Enkel des ersten jüdischen Bürgers, der sich 1867 in Chemnitz niederließ. Im vergangenen Jahr trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Auch heute wird diese Ehrung im Beisein des Oberbürgermeisters wieder vorgenommen.




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